Autor: Robin Disselkamp

Wenn man über die Fotografie und die Stile in der Fotografie nachdenkt, wirft man Martin Hirsch und mich nicht unbedingt in einen Topf. In der Vergangenheit hat Martin viele Bilder gezeigt, für die ich nicht mal meine Wohnung verlassen würde: Model in warmen Farben am Strand, Model im Kornfeld mit Sonnenuntergang, Model in ein Tuch gewickelt, dem Gegenwind entgegengestellt, Model in zartem Stoff in einem Bach. Oder: Model vor weißem Hintergrund im Studio. Hingegen ich: Model in dunklem Atelier, Model in dunklem, alten Bahnhof, Model im eiskalten, baltischen Wind, bärtiger Mann mit tätowierten Fingern oder schreiende Musiker. Egal, Hauptsache die Bilder haben etwas düsteres und das schwarz ist auch wirklich schwarz und nicht grau.

Usedom, Dezember 2018. In der Buffet-Schlange (das Essen im Hotel Baltic ist WIRKLICH gut!) bisschen Small-Talk, bis ich feststellte, wer das da eigentlich ist, den ich mit meinem belanglosen Gelaber da versuche zu unterhalten: Martin Hirsch! DER Martin Hirsch? „Alter, ich feiere Deine Bilder, ich folge Dir schon echt lange! Und Du schreibst so toll!“

„DU bist der Robin mit dem kleinen Magazin? Ey ich finde es so geil, was Du machst! Du kannst mir mal einige Tipps zum Thema Magazin geben…!“ Und plötzlich stehen da Martin Hirsch und Robin Disselkamp und schnacken über die Fotografie. Zwei, die man sicherlich nicht in einem Atemzug beim Thema Fotografie genannt hätte. Ich muss nicht alles gut finden, was Martin macht. Genauso muss Martin nicht alles gut finden, was ich so mache. Aber wir waren uns sympathisch und inzwischen schreiben / sprechen wir jede Woche miteinander: Ich fragte Martin nach einem seiner Models und nach der Lichtsetzung bei ein, zwei Bildern – Martin fragte mich, was ich von seiner neuen Homepage halte.

Ich zähle Street-Fotografen und Retoucher zu meinen Freunden, ich feiere Landschafts- und Pferdefotografen und gute Foto-Reportagen sind für mich wie eine Droge. Auch wenn der Stil oder der Aufnahmebereich im ersten Moment nicht das ist, was ihr macht oder ihr verfolgt: Auch aus anderen Bereichen der Fotografie kann man etwas für sich mitnehmen. Sei es Portraitfotografie auf die Straße zu übertragen und diese Genres zu kombinieren oder ein Landschaftsfoto in eine Portraitstrecke als Stimmungsmacher zu integrieren.  So bin ich mir sicher, dass ich Martins Tipps zum Licht anwenden werde und er sich bei seiner nächsten Studio-Session bestimmt mal daran erinnert, mit dem Model vor die Tür zu gehen oder durch eine Scheibe zu fotografieren.

Glück Auf: Robin
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Da muss ich natürlich direkt mal meinen Senf dazu abgeben: Vor allem weil Robin da natürlich absoluten Quatsch geschrieben hat. Das war absolut kein belangloses Gelaber. Vielmehr hatten wir ein ernsthaftes und hochgeistiges Gespräch auf höchstem Niveau über die diversen Möglichkeiten uns einen Vorteil am Buffet erarbeiten zu können 😉

Tatsache ist, ich bin heute echt froh darüber Robin kennengelernt zu haben. So unterschiedlich unsere Herangehensweisen und Ergebnisse auch sein mögen (sind sie es wirklich?), so stimmen wir doch in erstaunlich vielen Gedankengängen und Themen rund um das Thema überein. Auch wenn er sein Licht dabei gerne unter den Scheffel stellt, so ist der Gedankenaustausch mit ihm ist für mich inspirierend und informativ zugleich. Und nicht zuletzt, macht es einfach Spaß sich mit jemanden auf gleicher Wellenlänge auszutauschen.

Dem Gedanken hinter diesem Artikel kann ich nur komplett zustimmen. Der Blick über den Tellerrand muss für uns eigentlich selbstverständlich sein. Impulse aufsaugen, neue Sichtweisen entwickeln, andere Bereiche betreten und vielleicht auch mal völlig neue Stile kreieren – wir sollten bei unserer Leidenschaft niemals unseren Spieltrieb verlieren.